Anwendung

In einer ersten Anwendung fokussieren wir uns auf den gezielten Wirkstofftransport in die Hepatozyten um erstmalig eine spezifische Therapie der septischen Cholestase zu ermöglichen. Unser Ziel ist, die äußerst hohe Sterblichkeit von über 90 % deutlich zu senken.

Die Entwicklung erfolgt in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit dem Jenaer Universitätsklinikum, das unter anderem mit seinem Center for Sepsis Control & Care (CSCC), ein weltweit anerkannter Standort in der Sepsisforschung ist sowie mit Experten auf dem Gebiet der Material- und Polymerforschung an der Universität Jena.

Septische Cholestase

Die septische Cholestase ist eine Leberschädigung, die im Verlauf einer Sepsis entstehen kann. In Deutschland wurde 2013 bei ca. 280.000 Patienten ein Sepsisrisiko diagnostiziert. Der Anteil von Patienten, die eine Organfunktionsstörung aufwiesen, betrug dabei 41 %.1 Zwischen 1.100 und 2.200 Patienten entwickeln das Vollbild einer septischen Cholestase. Die Sterblichkeit wird mit 92 % in den ersten 12 Monaten nach Diagnosestellung angegeben.2 Für eine Leberschädigung bei Sepsis ist ein starker Zusammenhang mit der Sterblichkeit belegt.3 Eine spezifische Therapie steht diesen Patienten bisher nicht zur Verfügung.

SmartDyeLivery-Nanopartikel: Navigationssystem im Körper

Die mit Wirkstoff beladenen Nanopartikel werden intravenös in den Blutkreislauf verabreicht. An die Partikeloberfläche gebundene Farbstoffe wirken hierbei wie ein „Navigationssystem“ im Körper: Über ein aktives Targeting steuern sie gezielt die Hepatozyten in der Leber an. Diese patentierte Funktionalisierung ermöglicht es, dass spezifische Strukturen auf den Zielzellen erkannt werden und die Nanopartikel selektiv aufgenommen werden.4 Im Zellinneren löst sich der Nanopartikel unter Freisetzung des verkapselten Wirkstoffs auf. Der Wirkstoff steht somit exklusiv am Zielort für die Therapie zur Verfügung. Die weiteren Partikelbestandteile werden abgebaut und verstoffwechselt bzw. über die Galle ausgeschieden. 

Postulierter Weg

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1. Fleischmann, C. et al. Dtsch. Arztebl. Int. 2016, 113, 159-166.
2. Jäger, B. et al. Hepatology 2012, 56, 2297-2304.
3. Recknagel, P. et al. PLoS Med. 2012, 9(11):e1001338.
4. Press, A. T. et al. Nat. Commun. 2014, 5, 5565.

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